Wirtschaftliches Umfeld.
- Weltwirtschaft entwickelt sich dynamisch
- Konjunktur in Deutschland erholt sich schleppend
- Mobilfunk bleibt Wachstumstreiber
- Breitbandmarkt forciert das Massenmedium Internet
- Novellierung des Telekommunikationsgesetzes erfolgt
Weltwirtschaft entwickelt sich 2004 dynamisch. Im Verlauf des Jahres 2004 setzte sich der Aufschwung der Weltwirtschaft weiter fort, wobei alle Regionen der Erde zum Wirtschaftswachstum beitrugen. Gedämpft wurde die Expansion durch nachlassende wirtschaftspolitische Impulse und stark steigende Ölpreise. In diesem Umfeld war die konjunkturelle Dynamik der USA weiterhin von einer hohen Konsum- und Investitionsnachfrage geprägt. Ebenfalls positiv entwickelte sich die Konjunktur in den asiatischen Schwellenländern, in Japan und in Großbritannien. Hier war die wirtschaftliche Entwicklung von einer starken Export- und Binnennachfrage getrieben. Auch der Euroraum profitierte vom weltwirtschaftlichen Aufschwung und setzte seine konjunkturelle Erholung fort.
Nach Schätzung des Instituts für Weltwirtschaft wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP; das ist der Wert aller im Inland erwirtschafteten Leistungen) in den USA um 4,4 Prozent und in Großbritannien um 3,2 Prozent. Die Volkswirtschaften im Euroraum entwickelten sich mit einem Wachstum von 1,8 Prozent dagegen schwächer. Anhaltend hohe wirtschaftliche Dynamik zeigen die neuen Mitgliedsländer der Europäischen Union mit einem realen BIP-Wachstum von 4,9 Prozent.
Die Wechselkurse der wichtigsten Währungen waren 2004 wieder starken Schwankungen ausgesetzt. Dabei hat der US-Dollar besonders in der zweiten Jahreshälfte gegenüber dem Euro und dem japanischen Yen an Wert verloren. Eine weitere Verstärkung dieser Wechselkursentwicklung würde eine positive konjunkturelle Entwicklung der Aufwertungsländer erschweren.

In Deutschland erholt sich die Konjunktur auf niedrigem Niveau. Auch in Deutschland konnte sich die konjunkturelle Erholung im Jahresverlauf festigen, allerdings auf einem niedrigen Niveau. Das reale BIP wuchs 2004 um 1,6 Prozent. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die deutliche Zunahme der Ausfuhren zurückzuführen. Im Gegensatz dazu expandierte die Binnennachfrage nur verhalten. Obwohl sich die deutsche Wirtschaft aus der Stagnation lösen konnte, ist auf dem Arbeitsmarkt noch immer keine Entspannung in Sicht.
Telekommunikationsmarkt verzeichnet anhaltendes Wachstum. Der Telekommunikationsmarkt (TK-Markt) in Deutschland vergrößerte sich nach Angaben des European Information Technology Observatory „EITO 2004“ im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent auf ca. 64,7 Milliarden €. Für das Vorjahr wird eine angepasste Marktgröße von 62,6 Milliarden € angegeben. Der Umsatz der Deutschen Telekom im Inland war gegenüber 2003 um 1,3 Prozent höher und betrug Ende 2004 35,1 Milliarden €. Der errechnete Marktanteil der Deutschen Telekom beläuft sich somit für 2004 auf 54,3 Prozent und liegt damit unter dem des Vorjahres (55,4 Prozent). Der Rückgang resultiert aus dem anhaltend hohen Wettbewerbsdruck. Dabei ist der deutsche TK-Markt weiterhin durch eine hohe Zahl von TK-Anbietern gekennzeichnet. Mitte 2003 wurde die Lizenzpflicht für TK-Unternehmen aufgehoben. Zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der Lizenznehmer bei 875 (2002: 850). Die Zahl der TK-Unternehmen, die ihre Tätigkeit bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) angezeigt hatten, lag Mitte 2004 bei rund 2200 (2003: 2069). Die Deutsche Telekom unterliegt nicht nur in Deutschland der Regulierung, auch ihre Tochtergesellschaften im Ausland sind teilweise Gegenstand der Regulierung. Im Festnetzbereich betrifft dies insbesondere die Unternehmen in Ungarn, der Slowakei, Kroatien und Mazedonien. Für den Mobilfunkbereich gelten zusätzlich die länderspezifischen Regeln der USA, Großbritanniens, der Niederlande, der Tschechischen Republik, Kroatiens und Österreichs.
Mobilfunkmarkt bleibt Wachstumstreiber. T-Mobile ist weltweit einer der führenden Anbieter für Mobilfunkdienstleistungen mit Aktivitäten auf den wichtigsten und dynamischsten Märkten Europas und der USA. Obwohl einige Märkte bereits einen hohen Marktsättigungsgrad erreicht haben, konnten auch 2004 alle Mobilfunktöchter einen weiteren Anstieg der Kundenzahlen verzeichnen. T-Mobile USA konnte 2004 über 4 Millionen neue Kunden gewinnen und hatte Ende 2004 mehr als 17 Millionen Kunden. Mit rund 28 Millionen Kunden ist T-Mobile Deutschland der führende Anbieter auf dem deutschen Markt. In Großbritannien entscheiden sich mittlerweile mehr als 15 Millionen Kunden für T-Mobile UK (einschließlich Virgin Mobile). Damit ist T-Mobile das Unternehmen mit den meisten Mobilfunkkunden auf diesem Markt. Auf den mittel- und osteuropäischen Märkten ist T-Mobile mit knapp 20 Millionen Kunden das größte Mobilfunkunternehmen.
Geschäftskundenmarkt mit verhalten positiver Entwicklung. Nach der schwachen Performance in den vergangenen Jahren zeigte sich der Geschäftskundenmarkt für Informations- und Telekommunikations-Dienstleistungen (ICT-Dienstleistungsmarkt) in Westeuropa und Deutschland ab Mitte 2004 leicht erholt. Wesentliche Treiber waren die wieder gestiegene Investitionsbereitschaft der Unternehmen sowie der deutliche Trend bei Geschäftskunden, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren und ihre IT-Services auszulagern (Outsourcing). Gleichwohl entwickelten sich die einzelnen ICT-Marktsegmente stark unterschiedlich: Ein stabiles Wachstum zeigten im IT-Sektor erneut die Bereiche Outsourcing und Systems Integration, während die Desktop Services

nach wie vor unter hohem Preisdruck standen. Im TK-Sektor verzeichneten die Felder Internet Protocol (IP

) Solutions und Hosted Services ein stark positives Wachstum. Der deutlich rückläufige Festnetzmarkt litt dagegen unter anhaltendem Preisdruck und der Substitution durch IP-basierte Technologien. T-Systems konnte ihre führende Position auf dem deutschen Markt in allen Teilsegmenten behaupten und im Sektor IT-Services sogar ausbauen. Im internationalen Wettbewerb behielt T-Systems ihre gute Position.
Breitbandanschlüsse forcieren Wachstum im Online-Markt. Das Internet hat sich in Deutschland sowie in Europa als umfassendes Medium zur Information, Kommunikation, Transaktion und Unterhaltung fest etabliert. Nach Angaben von Jupiter Research ist die Anzahl der Internetnutzer in Westeuropa, die das Internet von zu Hause, vom Arbeitsplatz oder von einem anderen Ort aus nutzen, von rund 163 Millionen im Vorjahr auf über 177 Millionen im Jahr 2004 angestiegen. Dies entspricht einem Wachstum von rund 9 Prozent. Insgesamt haben damit bereits rund 45 Prozent der westeuropäischen Bevölkerung einen eigenen Zugang zum Internet. In Deutschland ist der Anteil der Internetnutzer um rund 5 Prozent auf rund 52 Prozent der Bevölkerung angestiegen. Auf Anbieterseite hat sich der Wettbewerb 2004 weiter verschärft. Klarer Wachstumstreiber ist das Breitband-Internet. Der Anteil breitbandig angeschlossener Online-Haushalte an den Gesamt-Haushalten ist in Westeuropa von rund 13 Prozent im Vorjahr auf rund 19 Prozent im Jahr 2004 angestiegen. Damit sind mittlerweile rund 38 Prozent der Online-Haushalte breitbandig im Internet. Durch das Breitband-Internet nimmt die Intensität und Qualität der Nutzung weiter zu. Nutzungsszenarien für On-Demand-Entertainment-Services wie Filme, Musik und Online-Spiele werden ermöglicht und gefördert. Gleichzeitig erhöht sich die Nutzungsdauer im Internet.
Neues Telekommunikationsgesetz tritt in Kraft. Die Geschäftstätigkeit der Deutschen Telekom wird stark durch die Regulierung des Telekommunikationsmarktes beeinflusst. Am 26. Juni 2004 trat das überarbeitete Telekommunikationsgesetz (TKG) in Kraft. Die Neufassung war erforderlich geworden, weil neue europäische TK-Richtlinien in deutsches Recht umgesetzt werden mussten. Das novellierte TKG schreibt weiterhin in vielen Bereichen der TK-Dienstleistungen Regulierung vor. Aufbauend auf dem neuen TKG wird es 2005 weitere neue Regelungen geben, zum Beispiel im Bereich des Kundenschutzes.
An den Anfang des Regulierungsprozesses setzt das neue TKG künftig eine umfangreiche Marktanalyse der RegTP voraus. Dabei sind die der Regulierung unterworfenen Märkte nicht mehr im Gesetz festgelegt. Stattdessen wird im Rahmen des Marktanalyseverfahrens bestimmt, welche TK-Märkte grundsätzlich einer sektorspezifischen Regulierung bedürfen und inwieweit ein Unternehmen auf diesen Märkten eine beträchtliche Marktmacht hält. Damit ist tendenziell ein Potenzial für den Abbau von Regulierung gegeben. Die Europäische Union veröffentlicht alle zwei Jahre eine Empfehlung über die zu untersuchenden Märkte. Die Empfehlung umfasst derzeit vor allem die Märkte der Festnetz-Telefonanschlüsse sowie davon ausgehende nationale und internationale Telefonverbindungen mit den zugehörigen Vorleistungsmärkten. Diese betreffen den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung und die Zusammenschaltungsleistungen sowie den Vorleistungsmarkt für den breitbandigen Internetzugang in Festnetzen und die Übertragungswege. Weitere Vorleistungsmärkte beziehen sich auf den Bereich Mobilfunk und die Rundfunkübertragung.
Nach dem neuen TKG kann die RegTP auch weiterhin Unternehmen, die auf einzelnen Märkten eine beträchtliche Marktmacht haben, bestimmte Verpflichtungen bezüglich ihrer auf diesem Markt angebotenen Leistungen auferlegen. So kann ein Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht zum Angebot bestimmter Vorleistungsprodukte verpflichtet werden, deren Preise der vorherigen Genehmigung durch die RegTP unterliegen. Die Regulierung greift damit weiterhin erheblich in die unternehmerische Freiheit des regulierten Unternehmens ein.
Auf den wettbewerbsintensiven Endkundenmärkten sieht das neue TKG Lockerungen vor. So unterliegen Entgelte für Endkundenleistungen künftig nur noch der nachträglichen Regulierungsaufsicht. Dagegen wurden die Vorleistungsregulierung sowie die Missbrauchsaufsicht im Gesetz neu formuliert und dabei insgesamt verschärft. Die konkreten Auswirkungen der Gesetzesänderung auf die Geschäftstätigkeit der Deutschen Telekom sind abhängig von der Interpretation und der Anwendung des Gesetzes durch die RegTP.
Die RegTP hat im Jahr 2004 verschiedene wichtige Entscheidungen auf Grundlage des alten und neuen Gesetzes getroffen. In chronologischer Reihenfolge sind dies insbesondere
- die Einleitung eines Konsultationsverfahrens sowohl des deutschen Regulierers als auch der Europäischen Kommission zu Voice over Internet Protocol (VoIP
), um die künftige regulatorische Behandlung von VoIP zu untersuchen;
- die Feststellung der Genehmigungspflicht für Anschlusspakete, bei denen T-Com ihre Anschlüsse und Optionstarife im Vertrieb mit verschiedenen Leistungsmerkmalen kombiniert;
- die Neufestlegung der Höhe der einmaligen Bereitstellungs- und Kündigungsentgelte der Teilnehmeranschlussleitung an Wettbewerber;
- die Verlängerung der Entgeltgenehmigungen für Mietleitungen (analoge Standard-Festverbindungen und digitale Standard- und Carrier-Festverbindungen);
- die Neufestlegung der Höhe der Monatsmiete sowie der einmaligen Bereitstellungs- und Kündigungsentgelte für die Leistung Line Sharing;
- die Genehmigung des Optionsangebots „CountrySelect“;
- die Neufestlegung der Entgelte für die Zuführung des Online-Datenverkehrs von T-DSL
Nutzern zu Internet- Service-Providern;
- die Entscheidung, nach der ca. 30 City Carrier für die Durchleitung durch ihre Netze höhere Entgelte erhalten, als T-Com für gleichartige Leistungen in Rechnung stellen darf; durch diese Entscheidung entstehen höhere Kosten, weshalb T-Com ab Mai 2005 für Gespräche in die Netze der jeweiligen City Carrier einen Zuschlag berechnen wird;
- die Öffnung eines neuen Nummernraums „032“ für die Anbieter von VoIP-Diensten;
- die Neufestlegung der Entgelte für Kollokationen und Raumlufttechnik im Zusammenhang mit Interconnection
und Teilnehmeranschlussleitung.